Bezirksverband der Kleingärtner Celle e.V.
Verfasst am 23.06.2026 um 19:18 Uhr

"Ich bin Vorstand - was nun?"

Gartenfreundinnen und Gartenfreunde aus Niedersachsen trafen sich zur Vorständeschulung des Landesverbandes Niedersächsischer Gartenfreunde (LNG) im Vereinsheim des idyllisch gelegenen KGV Feierabend im BV Lehrte. Auf dem Programm standen die Themenseminare „Grundlagen und Einführung in die Vorstandsarbeit“ sowie „Von der Idee bis zur Förderung – Projekte erfolgreich planen, finanzieren und umsetzen.“ Gfdin Andrea Marquardt (Vorsitzende des BV Lehrte) begrüßte die Teilnehmer im Vereinsheim des KGV Feierabend und wünschte allen, trotz der etwas komplizierten Anfahrt durch eine Straßensperrung, ein gutes lehrreiches Seminar.


Grundlagen und Einführung in die Vorstandsarbeit

Referent Burkhard Balkenhol (Schriftführer des LNG) stellte sich zu Beginn des Referates den über 40 anwesenden Gfdinnen und Gfden kurz vor und erläuterte anschließend den Aufbau der Kleingärtnerorganisation vom Bundesverband bis zum Verein. Die Geschichte des Kleingartenwesens beginnend im Jahr 1814 in Kappeln an der Schlei bis hin zum heutigen Stand mit dem Deutschen Kleingärtnermuseum in Leipzig stand als nächstes auf dem Programm und dann auf das Wesentliche, die Organe eines Vereins und die Aufgaben eines Vorstandes und einzelner Vorstandsmitglieder einzugehen.

Rechtliche Nachschlagewerke wie z. B. das Bundeskleingartengesetz oder die Vereinssatzung wurden vorgetragen wie auch die Möglichkeit der Informationsaufnahme durch die Teilnahme an den Seminaren des LNG. Immer wieder verwies Gfd Balkenhol dabei auf die Satzungen und Gartenordnungen in den Vereinen. Dass die Tätigkeit eines Vorstandes eine Vielzahl von Aufgaben erfasst, wurde beginnend bei der Öffentlichkeitsarbeit mit Berichten in der örtlichen Presse oder einer Vereinshomepage bis hin zur Gratulation bei Jubiläen aufgezeigt. Anhand einer vom Vorstand schriftlich aufgestellten Aufgabenverteilung kann sich jedes Vorstandsmitglied orientieren welche Aufgabe er zu übernehmen hat. Gfd Balkenhol empfahl hier, jedem Vorstandsmitglied eine eigene Hauptaufgabe zuzuweisen, um jedem gewählten Vorstandsmitglied das Gefühl zu geben, dass es ein Teil des Vorstands und der Vorstandsarbeit ist. Kleine Exkurse zu Themen wie Haushaltsvoranschlag, Kassenbericht, Protokollführung, Mitgliederversammlung sowie der FED Versicherung rundeten den Vortrag ab.


Von der Idee bis zur Förderung – Projekte erfolgreich planen, finanzieren und umsetzen

Referent Guido Beneke (Geschäftsführer des LNG) übernahm das zweite Modul des Tages und nahm die Teilnehmenden mit auf den Weg von der ersten Projektidee bis zur erfolgreichen Förderung. Zunächst erläuterte er, was ein Projekt von der alltäglichen Vereinsarbeit unterscheidet: ein klares, zeitlich begrenztes Ziel, ein definiertes Budget sowie eine nachhaltige Wirkung der Ergebnisse. Als praktisches Hilfsmittel stellte er den Projektbogen vor, mit dem sich Vorhaben strukturiert planen und dokumentieren lassen.

Einen breiten Raum nahm der Weg durch den Förder(mittel)dschungel ein. Beneke zeigte auf, wer Fördermittel vergibt – von Kommunen, Ländern, Bund und EU bis hin zu privaten Stiftungen und Lotterien – und wie sich mithilfe von Datenbanken wie der Förderdatenbank oder der Stiftungssuche der passende Förderer finden lässt. Entscheidend sei dabei stets, ob die eigene Projektidee zu den Zielen und Förderbedingungen des jeweiligen Gebers passt.

Anschaulich erklärte er die verschiedenen Finanzierungsarten sowie die Bedeutung der Kofinanzierung durch Eigenmittel, Ehrenamt oder Spenden. Praxisnahe Tipps gab es zudem zum Schreiben eines überzeugenden Förderantrags: klare Ziele, messbare Ergebnisse, ein roter Faden und ein aktiver, knapper Schreibstil. Abschließend wies Beneke auf die Bedeutung der Dokumentation nach Projektabschluss hin, die je nach Fördermittelgeber sachlich oder anschaulich mit Fotos gestaltet sein sollte. So nahmen die Teilnehmenden konkrete Anregungen für eigene Vorhaben in ihren Vereinen mit.


Nach über 5 Seminarstunden und vielen während des Seminares sowie in den Pausen beantworteten Fragen verabschiedeten sich die Referenten von den Seminarteilnehmern und wünschten ihnen für die zukünftige Vorstandsarbeit stets eine glückliche Hand und auch ein wenig Gelassenheit, ohne allerdings ihre Ziele aus den Augen zu verlieren.

Ein herzlicher Dank an dieser Stelle an den Vorstand BV Lehrte und den KGV Feierabend für die Bereitstellung des Vereinsheimes sowie die sehr gute Verpflegung und Betreuung während des Seminares.

 

Burkhard Balkenhol und Guido Beneke